Rom 2009

Ja, endlich sind wir in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!

Rom-Exkursion vom 02. – 08. März 2009

In den frühen Morgenstunden des 02. März 2009 versammelten sich im Hof des Residenzschlosses, dem Hort der Alten Geschichte der TU Darmstadt, dreizehn Studenten, die sich unter der Führung von Herrn Stahl und Herrn Page aufmachten, die Ewige Stadt zu erobern.

Am ersten Tag nach unserer Ankunft tauchten wir mittels des öffentlichen U-Bahnverkehrs direkt in die Ewige Stadt ein. Kaum waren wir aus dem Untergrund wieder emporgestiegen, empfing uns mit einzigartiger Monumentalität das Kolosseum, das zu Recht als Wahrzeichen Roms gilt, aber auch die Größe des Imperium Romanum eindrucksvoll demonstriert. Das komplexe Bauwerk wurde von Kaiser Vespasian 72 n. Chr. begonnen und im Jahre 80 n Chr. von seinem Sohn und Nachfolger Titus mit 100tägigen Festspielen für das Volk eingeweiht. Als wir uns in den Gängen dieses fast zweitausend Jahre alten Komplexes befanden, als wir die ausgetretenen Treppenstufen hinaufstiegen und endlich in das weite Oval der Arena blicken durften, konnten wir fast körperlich spüren, wie man sich mit 50.000 anderen Menschen während einer Vorstellung in diesem Bauwerk gefühlt haben musste. Beeindruckt zogen wir nach mehreren Stunden weiter in das politische, wirtschaftliche, religiöse und kulturelle Zentrum Roms: das Forum Romanum. Ausgehend von dem unter C. Julius Caesar errichteten Sitzungsgebäude des Senats, der Curia Iulia, erkundeten wir das Gelände. Vorbei am Titusbogen, dem ältesten erhaltenen Triumphbogen Roms, erklommen wir danach den Palatin. Oben angelangt, genossen wir die herrliche Aussicht auf das Forum Romanum und die Stadt: links gelegen den Septimius-Severus-Bogen, im Hintergrund das Monumento Nazionale für Vittorio Emanuele II., außerdem die vielen Kirchenkuppeln Roms sowie unter uns die Überreste des Vesta-Tempels, in dem einst jungfräuliche Priesterinnen darüber wachten, dass das Heilige Feuer, die „ewige Flamme Roms“ nicht erlosch. Es schloss sich eine Erkundung des Palatins, der Sage nach der legendäre Gründungsort Roms, an. Hier residierte die römische Oberschicht in ihren vornehmen Häusern, hier ließen Kaiser wie Augustus und Domitian bis heute erhaltene eindrucksvolle und prächtige Herrschersitze (domus augustana, domus flavia), Stadthäuser, Tempel und Thermen errichten. Diesen ersten Tag beendeten wir reich an neu gewonnen Eindrücken auf dem Kapitolsplatz an der Reiterstatue des Philosophenkaisers Mark Aurel.

Den nächsten Tag starteten wir bei Nieselregen auf der Piazza del Popolo. Dominiert wird er durch einen 3200 Jahre alten Obelisken, welcher von Augustus 10 v. Chr. von Ägypten nach Rom gebracht wurde. Die Worte aus den Res Gestae, dem Tatenbericht des Augustus, angebracht auf der Außenwand des nur wenig entfernt liegenden, wirklich gelungen neuen Ara Pacis-Museums, stimmten uns auf unser nächstes großes Highlight ein: die ara pacis Augustae. Vorbei am abgesperrten Mausoleum des Augustus ging es danach durch die Altstadt Roms zur Mark Aurel-Säule, die mittels ihrer Reliefbilder von den langjährigen Markomannenkriegen (166 – 180 n. Chr.) berichtet, bis wir schließlich vor dem besterhaltenen Bauwerk der römischen Antike standen: dem Pantheon. Dieses architektonische Meisterwerk begeisterte uns vor allem wegen seines überragenden Kuppelbaus mit einem Gesamtdurchmesser von 43,25 Metern. Der hervorragende Zustand dieses Bauwerks ist der Umwandlung in die Kirche Sancta Maria ad Martyres im Jahr 609 zu verdanken. Natürlich besuchten wir auch noch den von Touristen hoch frequentierten Trevi-Brunnen, in den wir wünschend eine Münze warfen, sowie die Spanische Treppe und Berninis Elefant. Und selbstverständlich ließen wir es uns nicht entgehen des Öfteren einen stärkenden, original italienischen Espresso zu trinken.

Die nächsten beiden Tage standen ganz im Zeichen der Museen: das Thermenmuseum, welches eine Sammlung antiker römischer und griechischer Kunst beherbergt (Augustus als Priester, sterbende Niobe, Diskobol, Hermaphrodit u.v.m.) sowie die Centrale Montemartini, ein ehemaliges Elektrizitätswerk, in welchem sich Antike und Moderne stilvoll begegnen. Die schweren, dunklen Generatoren aus den 1830er Jahren kontrastieren hier mit den antiken, fein gearbeiteten Meisterwerken griechischer und römischer Bildhauer. Gestärkt mit einer ordentlichen Portion original italienischem gelato, erreichten wir dann noch St. Paul vor den Mauern, eine der vier Patriarchalsbasiliken und sieben Pilgerkirchen Roms. In ihrem mit 80 Säulen gestützten Innern finden sich die Wandmedaillons aller bisherigen Päpste sowie das dem Apostel Paulus geweihte Grab, nach dem die Kirche benannt ist.

Der nächste Tag war erfüllt von unserem Besuch in den Vatikanischen Museen, eine der umfangreichsten Kunstsammlungen der Welt. Wir bewunderten und analysierten hier Werke griechischer und römischer Künstler wie den „Torso vom Belvedere“ des Apollonios oder die berühmte Laokoon-Gruppe, aber auch Meisterwerke der Hochrenaissance, z.B. den „Borgobrand“ oder „Die Schule von Athen“ von Raffael. Die Sixtinische Kapelle mit dem weltberühmten Deckengemälde Michelangelos beendete unsere Reise durch die Kunstgeschichte. Wir ließen diesen ungemein eindrucksvollen Tag mit einem gemeinsamen Essen bei Muscheln und Tagliatelle ausklingen.

Unser letzter Tag begann in der Crypta Balbi. Auf dem Gelände wurden unter einem Wohnhaus die Überreste des ehemals reich ausgestatteten Balbus-Theaters, einer Säulenhalle und einem Mithras-Heiligtum gefunden. Über die Piazza Navonna, vorbei an der Engelsburg zogen wir dann quer durch die Stadt hin zum absoluten Höhepunkt der Exkursion: dem Petersdom. Durch seine Ausmaße (Grundfläche von 15.160 m2, Gesamtlänge mit Vorhalle 211,5 m, Höhe 119 m im Kuppelraum) zählt er zu den größten Kirchen der Welt. Die Atmosphäre des Petersdoms regte uns sogleich zu einer kontroversen Diskussion über Glaube und Kirche an. Als wir dann nach einem beengenden Aufstieg oben auf dem Aussichtsrondell der Kuppel angekommen waren, bot sich uns der schönste Blick, den man über Rom haben kann: der azurblaue Himmel und die milde Abendsonne schenkten uns die letzten und schönsten Impressionen der Ewigen Stadt, die wir mit zurück nach Hause nehmen konnten.

Sandra Knoll