Rom 2017

Ein Besuch in der ewigen Stadt

Rom-Exkursion des Fachgebiets Alte Geschichte vom 15.-22. März 2017

Nach langer Wartezeit war es endlich soweit: Das Fachgebiet Alte Geschichte veranstaltete (wieder einmal) eine Exkursion nach Rom, in die urbs aeterna, die Hauptstadt des antiken Imperium Romanum wie auch des modernen Italien. Diese Gelegenheit ließen sich insgesamt 17 TeilnehmerInnen unter der Leitung von Herrn Page selbstverständlich nicht entgehen. Zunächst informierten wir uns im Rahmen der zweitägigen Vorbereitungsveranstaltung über das antike wie auch über das moderne Rom, studierten die Quellen und machten uns mit der Architektur der faszinierenden Metropole vertraut. Von der Entstehungs- und Stadtgeschichte, über bedeutende historische Personen, bis hin zu den wichtigsten Bauwerken und weiteren sozialen und politischen Strukturen stand alles auf dem Arbeitsplan. Das erste Treffen der Gruppe diente dabei nicht nur zum Austausch historischer und archäologischer Inhalte, sondern bot auch die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und/oder alte zu erneuern.

Mittwoch, 15. März 2017

Wir trafen uns alle am Flughafen in Frankfurt am Main, wo unsere gemeinsame Reise ihren Ausgangspunkt nahm. Nach einem kurzen, aber unterhaltsamen Flug betraten wir italienischen Boden und wurden auch gleich am Flughafen in Rom von einigen Fahren erwartet, die den Transfer zu unserer Unterkunft sicherstellten. Auf der Fahrt bekamen wir einen ersten Einblick in das sprichwörtliche italienische Verkehrschaos. Auch wenn der kurze Trip dem einen oder anderen Exkursionsteilnehmer ein wenig zusetzte, so wurden wir doch entschädigt, da wir bereits einige eindrucksvolle historische Bauwerke Roms im Vorbeifahren bestaunen konnten. Im Gegensatz zu Caesar, der 2061 Jahre zuvor den 15. März nicht überlebt hatte, durften wir uns von der Anreise bei einem leckeren italienischen Abendessen erholen und auf die kommenden Tage einstimmen.

Donnerstag 16. März 2017

Der erste Tag begann am frühen Vormittag – nach einem doch eher schlichten italienischen Frühstück – mit einem der ganz großen Highlights Roms: dem Kolosseum. Das bereits in der Antike intensiv frequentierte Bauwerk, das Nathalie Tokos in ihrem Referat vorstellte, und die dazugehörige Platzanlage befinden sich heute an mehreren stark befahrenen Straßen und verfügen zudem über eine ‚eigene‘ Metrostation. Auch wenn heute keine Gladiatorenkämpfe oder Tierhetzen mehr im Kolosseum stattfinden, so tummeln sich doch hunderte Touristen auf dem Vorplatz, um das Bauwerk zu besichtigen, und trotz horrender Eintrittspreise auch im Inneren. Das Wetter war uns wohl gesonnen und so brachen wir nach intensiven Studien im Kolosseum um die Mittagszeit herum in Richtung Palatin auf, den Robert Eydam in einem ausführlichen Referat präsentierte und den wir mit Hilfe eines Geheimtipps über einen Seiteneingang betreten konnten, der uns das stundenlange Anstehen in einer Warteschlange ersparte. Mit seinen zahlreichen Überresten beeindruckte uns das mit Tempeln und Bauwerken nur so geschmückte Forum Romanum, über das Sabrina Manicke führte, alle gleichermaßen, insbesondere natürlich der gut erhaltene Titusbogen, dessen komplexes Bildprogramm Nils Kaffenberger entschlüsselte. Dank der Größe des Forums verbrachten wir hier den gesamten Nachmittag. Später besichtigten wir noch die nahegelegenen Kaiserforen und bestaunten unter anderem die sich hier befindliche Trajanssäule. Der Tatendrang (und das Durchhaltevermögen) unserer Gruppe war groß und so besuchten wir am frühen Abend zum Abschluss des Tages noch die Trajansmärkte vor dem Hintergrund der untergehenden Mittelmeersonne.

Freitag, 17. März 2017

Auch für den zweiten Tag unserer Reise hatten wir uns viel vorgenommen. Wir machten uns daher früh auf, um unseren Weg ins Herz der ewigen Stadt zu finden. Unsere Route führte uns dabei zunächst zum Kapitol (wo gerade die Gründung des Königreichs Italien [1861-1946] begangen wurde), in das Marijke Petras einführte, und den sich dort befindlichen Kapitolinischen Museen, mit ihren einzigartigen Beständen an antiken Kunstwerken, deren Schönheit und Bedeutung uns Özlem Kurban in ihrem Referat näher brachte. Um die Mittagszeit herum brachen wir in Richtung Vatikan auf. Auf dem Weg dorthin bestaunten wir das Marcellus-Theater und den Tempel des Apollo Sosianus und überquerten auch den Tiber. Für März war es in Rom bereits erstaunlich warm und so waren wir dankbar für den Schatten der am Fluss stehenden Bäume. Im Vatikanstaat angekommen konnten wir einen ersten Blick auf den berühmten und eindrucksvollen Petersplatz werfen, doch unser heutiges Ziel führte uns noch tiefer in den Vatikan hinein. Bei einer Führung durch die vatikanischen Nekropolen bekamen wir einen Eindruck von den Geheimnissen, die in den zahllosen (und angeblich auch prominent besetzten) Gräbern unter dem Petersdom verborgen liegen. Untermalt wurde unsere Führung dabei von den Klängen eines im Petersdom probenden Chores. Im Anschluss mussten wir nach Italien zurückkehren, um zur Piazza Bocca della Verità zu gelangen. Die sich dort befindliche Kirche Santa Maria in Cosmedin schien für die in der Schlange wartenden Touristen wohl weniger spektakulär als die riesige ‚Steinmaske‘ in deren Vorhalle, welche dem Platz ihren Namen gab (dt. „der Mund der Wahrheit“). Der Legende nach sollen Lügner und Ehebrecher durch das Hineinstecken ihrer Hand enttarnt werden. Besagte Warteschlange vor der Kirche war uns dann aber doch zu lang, sodass wir uns nach einem kurzen Abstecher zur Cloaca Maxima, wo David Reis in seinem Referat die Bedeutung des Bauwerks erläuterte, etwas später inmitten des Circus Maximus wiederfanden, der leider nur noch ein schwaches Abbild seiner einstigen antiken Größe ist. Es hatte zwischenzeitlich etwas abgekühlt und so nutzten Einheimische wie auch unsere Reisegruppe den Circus für einen kurzen Spaziergang in den letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Samstag, 18. März 2017

An Tag 3 besichtigten wir zuerst die Terme di Diocleziano, die um 300 n. Chr. erbaute Thermenanlage, der Kaiser Diokletian seinen Namen gab – angeblich bot sie bis zu 3000 Badegästen zugleich Platz, wie Simon Butzbach in seinem Referat ausführte. Die sich heute dort (in nur einem Teil der Thermen) befindliche Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri lässt die gewaltigen Ausmaße der Anlage erahnen. Am Vormittag schauten wir uns ebenfalls die eindrucksvollen Exponate im Palazzo Massimo an, bevor wir um die Mittagszeit herum an der Domus Aurea eintrafen, ein von Nero gebauter Palast, dessen Gelände ca. 80 Hektar umfasst haben soll (die erhaltenen Überreste sind nur ein kleiner Teil der ehemals riesigen Anlage, aber immer noch gewaltig in ihren Ausmaßen). Nachdem wir mit Helmen ausgestattet wurden, begann unsere Führung. Eines der Highlights war hierbei sicherlich die Rekonstruktion des Palastes, welche wir uns mithilfe von Virtual-Reality-Brillen ansehen konnten. Gegen Nachmittag gelangten wir zur Piazza del Quirinale. Der Platz ist von verschiedenen Gebäuden eingerahmt, darunter auch der sogenannte Quirinalspalast, der Amtssitz des italienischen Staatspräsidenten, und der Palazzo della Consulta, der Sitz des italienischen Verfassungsgerichtes. Von dort aus begaben wir uns zur stets gut besuchten Piazza del Popolo und bestaunten nach einer Einführung durch Andreas Kunz die Kirche Santa Maria del Popolo. Oberhalb der Piazza liegt der sogenannte Pincio, eine Aussichtsplattform, von der man wohl einen der schönsten Ausblicke über Rom genießen kann – zumindest dann, wenn man sich mit den vielen Touristen arrangieren kann. Unser Weg zurück zum Hostel führte uns durch die großen Gärten im nördlichen Stadtgebiet, die einst von Lucullus angelegt wurden (und in denen angeblich Messalina auf Befehl des Kaisers Claudius ermordert worden sein soll), sowie vorbei an zahlreichen Villen, die dort von späten römischen Republik bis in die frühe Neuzeit errichtet wurden.

Sonntag, 19. März 2017

Der vierte Tag führte uns zunächst zur berühmten Ara Pacis. Wir waren alle begeistert von der Größe, Schönheit und Symbolhaftigkeit des augusteischen „Altars des Friedens“, den Michelle Eis vorstellte. Als Kunstwerk brachte er eindrucksvoll die Vielschichtigkeit der Bildpolitik zum Ausdruck, derer sich der erste Kaiser Augustus bediente, um seiner Herrschaft ein bestimmtes Antlitz zu verleihen. Das gegenüber gelegene Augustusmausoleum wirkte im Vergleich nur wenig eindrucksvoll. Weiter ging es zur Piazza di Spagna, leider wieder von Touristen überlaufen, ebenso wie der Fontana di Trevi, Roms wohl berühmtester Brunnen, die jedoch beide ausgesprochen eindrucksvoll wirkten – insbesondere nach Sonnenuntergang sorgte die Beleuchtung für einen sehr imposanten Anblick. Wer eine Münze in den Trevi-Brunnen wirft, so der Aberglaube, werde immer wieder nach Rom zurückkehren – für einige der Exkursionsteilnehmer traf dies bereits zu. Im weiteren Verlauf des Tages kamen wir nicht nur an der Mark Aurel-Säule vorbei, sondern gelangten auch zur Piazza di Montecitorio und damit zu dem unter Augustus von Ägypten nach Rom gebrachten Obelisken, der in der Antike im Horologium des Augustus als gigantische Sonnenuhr diente.

An der Piazza Navona betrachteten wir den Fontana dei Quattro Fiumi, den Vier-Ströme-Brunnen, und legten nah einem Referat von Christian Koltze zur Geschichte der Platzanlage bei sonnigem Wetter unsere Mittagspause ein. Unsere Route führte anschließend zum Palazzo Altemps, in dem wir besonders die ausgestellten und eindrucksvollen Statuen besichtigen konnten. Weiterhin besichtigten wir das Pompeius Theater, welches mittlerweile Wohnungen von Römern beherbergt und durch seine Baustruktur auch noch heute das moderne Straßenbild prägt. Alle Katzenliebhaber kamen wohl beim Largo di Torre Argentina vollends auf ihre Kosten. Die ehemalige Ausgrabungsstätte entlang einer vielbefahrenen Hauptstraße dient heute herrenlosen Tieren als Heimat und Zufluchtsort, betreut wird das Katzenreich von einer gemeinnützigen Organisation. Die Kirche Santa Maria sopra Minerva wurde im 13. Jh. n. Chr. als gotischer Bau begonnen, doch das Gewölbe wurde erst nach 1450 eingezogen. Bis heute ist diese Kirche die Einzige mit großem vollausgebildeten Kirchenbau in gotischem Stil. Selbstverständlich war insbesondere das Pantheon durch seine monumentale Größe beeindruckend, aber auch durch den guten Zustand des heidnischen Götter- und später christlichen Gotteshauses, das immerhin seit der Antike Bestand hat, wie Katrin Fischer in ihrem Referat erläuterte. Auf dem Vorplatz tummelten sich erneute hunderte Touristen und wenn man Glück hatte, konnte man einige sehr gute Opernsänger erleben – unsere Gruppe war über das Talent der Sänger aber unterschiedlicher Ansicht. Im Anschluss erlebten wir noch eine abenteuerliche Busfahrt in der italienischen Rush-Hour. Unser Ziel: der Lateran. Seit Konstantin I. ist dies der offizielle Sitz der Päpste (während der Vatikan der Sitz des Bischofs von Rom ist). Noch bis ins 19. Jh. wurden hier die Päpste gekrönt und 1929 sicherten die sogenannten Lateranverträge der Vatikanstadt die Staatlichkeit und unter anderem dem Lateran den Status einer exterritorialen Besitzung des Heiligen Stuhls.

Montag, 20. März 2017

Obwohl wir an unserem fünften Tag in Rom bereits in aller Frühe in Richtung Vatikan aufbrachen, so fanden wir uns doch schon bald in einer riesigen (und sich nur langsam bewegenden) Warteschlange vor den Vatikanischen Museen wieder. Die Wartezeit betrug ca. zwei Stunden, in denen wir mit Menschen aller Nationen auf den Einlass warteten (und so manche kuriose Bekanntschaft machten). Dennoch: Es hat sich gelohnt! Einmal drinnen angekommen, wurde unsere Gruppe mit Audioguides, Kopfhörern und einem Mikrofon ausgestattet, welches sich als sehr nützlich erweisen sollte. Die zahllosen berühmten Kunstwerke waren mehr als beeindruckend, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Egal wo man hinschaute, erblickte man ein weltberühmtes Exponat. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten, doch die Massen an Touristen zwangen uns dazu, uns schnell zu entscheiden, bevor wir vom Strom der Besucher in den nächsten Raum gespült wurden. Bei unserer Gruppengröße war es durchaus eine Herausforderung, zusammen zu bleiben, wobei uns aber die anfangs nur spöttisch betrachtete Audioausrüstung sehr hilfeich war. Wir konnten so trotz nicht unerheblicher Lautstärke und zahlreicher Zwischenrufe anderer Guides die Ausführungen unseres Dozenten hören, wo auch immer dieser sich gerade aufhielt. Letztendlich hätten wir uns noch viele weitere Tage in den vatikanischen Museen aufhalten können, ohne dass wir nur ansatzweise alles gesehen hätten. So aber versuchten wir, in der Kürze der Zeit so viel wie möglich aufzunehmen, bevor unsere Tour in der Sixtinischen Kapelle zu Ende ging. Auch diese war geschmückt mit zahlreichen Wand- und Deckenmalereien, unter denen es gar nicht so leicht war, Michelangelos „Erschaffung des Adam“ ausfindig zu machen. Ein weiteres Highlight für unsere Gruppe war die Augustusstatue von Primaporta, die wir uns in aller Ruhe ganz aus der Nähe ansehen konnten – ein wahres Highlight zum Abschluss der Museumstour. Als wir am Nachmittag aus den Vatikanischen Museen kamen, besichtigten wir noch den Petersplatz, dessen Bildprogramm und Geschichte David Göritz vorstellte. Mit Warteschlangen kannten wir uns jetzt bereits schon aus und so kam uns die Wartezeit, bis wir in den Petersdom durften, gar nicht mehr so lange vor. Nachdem wir bereits einige Kirchen besucht hatten, konnten wir den Petersdom mit geschultem Auge ganz für uns erkunden. Unser Tag endete offiziell an der Engelsburg, von der man einen eindrucksvollen Blick auf den Vatikan wie auch den Tiber hat.

Dienstag, 21. März 2017

Am sechsten Tag besichtigten wir als erstes Sankt Laurentius vor den Mauern, eine der sieben Pilgerkirchen, die wir alle aufsuchten (und nicht nur, um unsere Sünden erlassen zu bekommen). Auf unserer Kirchentour, die von Corinna Grüneklee präsentiert wurde, gefiel uns diese Kirche aufgrund ihrer eher schlicht gehaltenen Ausstattung besonders gut. Danach ging es zur Cestius-Pyramide, die nach ägyptischem Vorbild als Grabkammer des Gaius Cestius unter der Herrschaft des Augustus errichtet wurde. Später wurde die Pyramide, zusammen mit der Porta San Paolo, in die aurelianische Stadtmauer mit einbezogen. In direkter Nähe befindet sich auch der Protestantische Friedhof, der auch als „nicht-katholische Friedhof der Fremden“ bezeichnet wird. Die Centrale Montemartini war 1912 die erste öffentliche Einrichtung in der Stadt Rom zur Erzeugung von elektrischem Strom. Heute beherbergt das Gebäude etwa 400 römische Statuen sowie Grabinschriften und Mosaiken, die einen eindrucksvollen Kontrast zu der neuzeitlichen Industriehalle bieten. Später besuchten wir die Papstbasilika San Paolo fuori le Mura, deren Außenbereich bereits sehr imposant ist. Fast noch eindrucksvoller präsentiert sich die Basilica jedoch von innen, wo unter anderem eine schier endlos lange Porträtreihe alle Päpste Roms zeigt. Am Nachmittag besichtigten wir die immer noch gewaltigen Überreste der Caracalla-Thermen. Dort hatten wir die Möglichkeit, einige Mitarbeiter bei der Rekonstruktion von Bodenmosaiken zu beobachten – eine unglaublich kleinteilige und langwierige Arbeit. Einen Zwischenstopp legten wir in der Basilica di San Sebastiano fuori le mura ein. Unser letztes Ziel des Tages führte uns zum Grab der Scipionen, das Lena Dunkelmann vorstellte. Es handelt sich dabei um einer unterirdische Grabanlage, die zur Zeit der Römischen Republik zunächst allein den Mitgliedern der Scipionen-Familie vorbehalten war – und auf deren Gelände wir uns überraschenderweise völlig frei bewegen durften (der italienische ‚Aufseher‘ hatte jedenfalls kaum Interesse an unserer Gruppe). Unseren letzten Abend in Rom beendeten wir mit einem gemeinsamen Abendessen in einem gut besuchten Lokal, wo uns der Wirt zahlreiche Getränke auf Kosten des Hauses ausgab.

Mittwoch, 22. März 2017

Der letzte Tag unserer Exkursion führte uns zur Piazza Venezia und zum Nationaldenkmal für Viktor Emmanuel II., der 1861 der erste König des neugegründeten Königreichs Italien wurde. Vom Dach des Vittoriano, den Hanno Kempken vorstellte, konnten wir einen letzten atemberaubenden Blick über Rom werfen, bevor wir schließlich voll mit unvergesslichen Eindrücken die Heimreise nach Darmstadt antraten.

Bericht von Nathalie Tokos.